Kunstkurse für Kinder – mehr als die Herstellung schöner Werke

Das stabile Vertrauen in das eigene, engagierte Tun ist ein Schatz fürs Leben. Im kreativen Prozess erfahren die Kinder sich selbst als eigenverantwortlich und konstruktiv handelnde Individuen.
(Selbstwirksamkeit)

Bildnerisches Tun ist Forschung und Ausdruck. Es bietet die Möglichkeit, das eigene Bild von sich und der  Welt zu erkunden. Das Wesentliche zeigt sich nur bedingt in den künstlerischen Ergebnissen, es findet vor allem während des Entstehungsprozesses statt. Beim Formen  werden Erkenntnisse dieser Weltaneignung spielerisch kommuniziert. Kommunikation ist dabei nachrangig eine Mitteilung an andere. Im Vordergrund steht das persönliche, dialogische Aushandeln mit dem Material und sich selbst während des Gestaltungsprozesses. In diesem Tun trainieren Kinder Wege der selbstbestimmten Entscheidungsfindung. Sie entwickeln die kostbare Fähigkeit, für innere Vorstellungen eine angemessene äußere Form zu erfinden.
(Erkundung, Verarbeitung, Ausdruck)

Der eigene Weg braucht Spielraum und Freiraum. Im eigenen Erkunden lernen Kinder intensiv und nachhaltig. Sie bilden sich selbst. Eigenständig erweitern sie ihren Er- fahrungsschatz mit Materialien, Werkzeugen und mit sich: Mit ihrem wachsenden motorischen Können, ihren körperlichen und planerischen Kräften, ihrer Ausdauer, ihrem Tempo und ihrem persönlichen Geschmack.
(Selbstbildung durch Freiraum)

Für uns Leitende bedeutet das, ein breites Angebot an unterschiedlichen bildnerischen Techniken vorzustellen, aus dem die Kinder wählen können. Zurückhaltend und beobachtend sind wir in gespannter Aufmerksamkeit präsent. Wir nehmen das, was entsteht, wahr und ernst, erkennen die Themen und Interessen der Kinder und bauen Brücken zu weiteren, bildnerischen Erkundungen. Bestärkend fordern wir dabei immer wieder zur Selbsttätigkeit auf.